Ausstellung „Sonderzüge in den Tod“
18. November 2011 bis 31. Janaur 2012 im DB Museum Koblenz
Das öffentliche Interesse an der Wanderausstellung über die mörderischen Deportationen mit Hilfe der Deutschen Reichsbahn im zweiten Weltkrieg ist weiterhin groß. Da die Ausstellung sowohl an die vielen Opfer der Deportationen erinnert als auch das Zusammenwirken der verschiedenen staatlichen Organisationen mit der Reichsbahn bei den Deportationen erläutert, richtet sich die Ausstellung auch an ein Publikum, das sich noch nicht intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandergesetzt hat. Nachdem die Ausstellung 2008 in Bahnhöfen der Deutschen Bahn AG gezeigt wurde, konnte sie seit dem 2009 in Rathäusern, Stadthallen, Bibliotheken, Gedenkstätten, Bürgerzentren und Museen gezeigt werden.
Die Deutsche Reichsbahn war durch die Deportation zahlloser Menschen unmittelbar am Holocaust beteiligt. Ohne den Einsatz des Transportmittels Eisenbahn wäre der systematische Mord an den europäischen Juden, Sinti und Roma nicht möglich gewesen. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa mit Zügen in die Vernichtungslager des NS-Regimes transportiert.
Die Ausstellung erinnert auf 40 Informationstafeln an das unermessliche Leid, dass diesen Menschen zugefügt wurde. Sie zeigt Einzelschicksale von Kindern, Frauen und Männern, die von ihren Heimat- und Fluchtorten in den Tod deportiert wurden. Überlebende schildern in Zeitzeugeninterviews die grauenvollen Zustände in den Zügen. Die fahrplanmäßige und betriebliche Durchführung der Transporte durch die Reichsbahn sowie die Verantwortlichkeiten in den Ministerien wird anhand von Dokumenten und Grafiken dargestellt.