Frühlingsfest 2011 im DB Museum Koblenz
Punkt 14 Uhr erfolgte der Anpfiff
Pünktlich um 14 Uhr erfolgte mit dem „Achtungs-Pfiff“ des historischen ADLER der Beginn der großen Lok-Parade. Annähernd 30 Lokomotiven und Triebwagen zogen am Samstag bei strahlendem Sonnenschein an den vielen Besuchern vorbei und zeigten eindrucksvoll die Vielfalt und Historie im deutschen Schienenverkehr. Dies war auch zugleich der Höhepunkt der Feierlichkeiten rund um das DB Museum Koblenz.
Seit 9 Uhr waren die Tore zum Gelände des DB Museum Koblenz geöffnet und die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Mitglieder der BSW-Gruppe Koblenz unter der Leitung des DB Teamleiter Standorte und Fahrzeuge, Wolfgang Ihrlich, wurde einem vielfältigen Publikum präsentiert. Das Museum wird im Rahmen der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW) von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt und hat seinen Ursprung in der BSW-Freizeitgruppe zur Erhaltung historischer Eisenbahnfahrzeuge.
Aus allen Teilen Deutschlands kamen sie angereist; Eisenbahnfreunde und -fotografen, Technikbegeisterte ebenso wie ganze Familien mit drei Generationen. Und für jeden war etwas dabei: eine Mitfahreisenbahn in der 5-Zoll-Spur, Lokmitfahrten im Führerstand einer alten E-Lok, Pendelfahrt mit dem historischen ADLER-Zug, Sonderzugverkehr zwischen Koblenz und Neuwied, mehrere TRIX-EXPRESS-Eisenbahnanlagen zum Staunen und eine LGB-Gartenbahn zum Träumen. Aber die große Eisenbahn war natürlich der Magnet: viele originale Dampf-, Elektro- und Diesellokomotiven spiegelten die Entwicklung deutscher Lokomotivbaukunst wieder.
Und auch die Reisezugwagen und Güterzugwagen waren in reichlicher Zahl vorhanden. Von den uns noch bekannten „Silberlingen“ bis hin zum Salonwagen hoher politischer Persönlichkeiten, vom typischen Schlafwagen bis zum Clubwagen des damaligen RHEINGOLD-Zuges waren die Transportmittel unserer Reiselust zu bestaunen.
Viel Arbeit steckte jedoch in den Exponaten, welche durch den Brand vom 17. Oktober 2005 in Nürnberg schwer beschädigt wurden und teilweise in mühevoller Arbeit wieder hergerichtet werden konnten.
Zusätzlich zu den in Koblenz stationierten Fahrzeugen wurde das Frühlingsfest, welches zugleich auch das 10-jährige Bestehen des ersten Außenstandortes vom DB Museum Nürnberg feiern wollte, von befreundeten Eisenbahnvereinen genutzt, mit eigenen mitgebrachten Fahrzeugen die Feierlichkeiten abzurunden. So reiste aus Luxemburg eine Abordnung gleich mit 2 Lokomotiven und 2 Triebwagen an. Und am Sonntags gab es noch einen Nachschlag in Form einer Dampflok, welche einen Sonderzug zur BuGa brachte. Alle Fahrzeuge sind inzwischen Unikate ihrer Art.
Aus Köln kam Verstärkung von gleich drei Museumsvereinigungen mit reichlich Elektro- und Diesellokomotiven.
Sogar die neue Leiterin des DB Museum Nürnberg, Frau Russalka Nikolov, ließ sich bei ihrem „Antrittsbesuch“ in Koblenz von der Arbeit im Museum und von der dargebotenen Präsentation aller Mitarbeiter begeistern.
Aber nicht nur Fahrzeuge wurden präsentiert. Bauwerke, wie zum Beispiel die – noch – handbetriebene Drehscheibe zum Wenden der Loks wurde ebenso vorgeführt. Und dabei ist die Drehscheibe kurzfristig sogar zum Podest für die fotografierenden Eisenbahnfreunde umfunktioniert worden und am Sonntag gab es auch noch eine Premiere: nach mehr als 40 Jahren wurde diese Drehscheibe erstmals wieder von einer Großdampflok, der 52 4867 der „Historischen Eisenbahn Frankfurt e.V.“, befahren. Aber auch Technik in Form des Zugsimulator ZUSI mit originalem Fahrpult, alter Stellwerkstechnik, Filmvorführungen im Museumskino, Vorführung der Bundespolizei zum Thema „Bahnanlagen sind keine Spielplätze“ zeigten eindrucksvoll den Nutzen, aber auch die Gefahren im Bahnbetrieb.
Für viele wurde es ein langer Tag, denn die Tore sollten sich erst um 18 Uhr wieder schließen. Und so wurden die vorhanden Erfrischungs- und Imbissbuden auch reichlich genutzt. Manch einer musste Schlange stehen, aber niemand blieb hungrig.



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